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Artgerechte Haltung

Zur Artgerechten Haltung gehört eine Vielzahl an kleinen und großen Dingen, die unbedingt bei der Pferdehaltung zu beachten sind. Damit es sich wohlfühlt, muß man dem Partner Pferd eine Menge Aufmerksamkeit schenken. Es sind die so wichtigen Triebe, welche sie ein jedes Pferd von Natur aus besitzt. Hieraus sehen Sie wie unabdingbar eine Artgerechte Haltung ist, und können hieraus ersehen wie Ihrem Pferde diese ermöglichen. Das Pferde hat eine ganze Reihe von Trieben, die es auf jeden Fall ausleben können muß. In der Anordnung der Triebe sind im übergeordneten Arterhaltungstrieb alle körperäußeren und inneren Verhaltensweisen enthalten, die zur Erhaltung und dem Fortbestand einer Art erforderlich sind. Dieser unterteilt sich in Fortpflanzungstrieb, und Selbsterhaltungstrieb.

Fortpflanzungstrieb:

Alle Verhaltensweisen, die für das Weiterbestehen einer Art benötigt werden, werden durch den Fortpflanzungstrieb ausgelöst, wie das sexuelle Verhalten, mit dem Ziel einer Kopulation und Befruchtung. In der gnadenlosen Natur muß aber auch der Schutz für die hilflosen Nachkommen gesichert sein. Dies erfordert allerdings ein atypisches Verhalten gegenüber dem Selbsterhaltungstrieb, in dem der Schutz des Schwächeren keinen Platz hat. Der Muttertrieb entstand, um dem Neugeborenen eine Überlebenschance zu geben. Dieser Muttertrieb zeigt ein selbstloses Verhalten, bei dem das Muttertier jederzeit bereit ist sein Leben für das Neugeborene zu opfern. So ist mit dem Fortpflanzungs- und dem Selbsterhaltungstrieb der Fortbestand einer Art gesichert.

Selbsterhaltungstrieb:

Der Selbsterhaltungstrieb löst alle Verhaltensweisen aus, die es selbst zum überleben benötigt; das Angstverhalten gegenüber dem Raubwild, das Schutzbedürfnis einer Herde, das von Panik ausgelöste Wehrverhalten wenn keine Flucht möglich ist, und die vom Hunger ausgelöste Futtersuche, welche den Bewegungstrieb auslöst. Es sind existenzsichernde Verhaltensweisen. Der Selbsterhaltungstrieb ist einzig auf das einzelne Individuum beschränkt. Zur Erhaltung der Art muß jedoch die Fortpflanzung gesichert sein.

Angsttrieb:

Der vorrangige Trieb des Fluchttieres Pferd ist der Angsttrieb, welcher jedes Verhalten beeinflusst, denn nur eine Herde bietet ihm Schutz. In der Herde ist eine klar abgesteckte Rangordnung erforderlich, denn ohne kann weder eine Herde noch ein Rudel funktionieren. So überlagert der Angsttrieb auch das Sexual- und Fressverhalten der Pferde. Angst löst nicht Wehrverhalten sondern Unterwürfigkeit aus! Dies ist nicht schwer zu erkennen, beobachtet man die Reaktion eines Rangniederen Pferdes auf die Drohgebärden des dominanteren Pferdes. Läuft das Pferde weg, so ist es keine Flucht, sondern die Angst des Rangniederen veranlasst es sich aus dem Intimbereich des Dominanteren zu entfernen. Leider bestätigt sich dadurch, das ein Pferd doch mit Angst in eine Unterwürfigkeit getrieben werden kann. Die dadurch entstehenden Probleme müssen allerdings klar erkannt werden; Durch das Gefühl Angst ausgelöste negative Grundgefühl entsteht ein absolutes Unwohlempfinden des Pferdes. Dadurch zeigt es keine Leistungsbereitschaft, ist unwillig, und wird auf Dauer ein gestörtes Verhalten entwickeln. Um das zum überleben wichtige Gleichgewicht wieder herzustellen, versucht der Körper diese Mangelerscheinungen durch Fehlverhalten wieder auszugleichen. Es entstehen Untugenden und Aggressionen. Leckerchen bei der Ausbildung sind auf keinen Fall zu verachten, denn wenn es ab und zu mal was leckeres gibt bewegen sie sich im positiven Grundgefühl. Sie zeigen Leistungsbereitschaft , sind berechenbar und willig dem Ranghöheren zu dienen, wie in der Natur.

Fluchttrieb:

Der Fluchttrieb ist aus dem Angsttrieb geboren. Neben Ausschlagen, Steigen und Buckeln ist Flucht eine der Waffen im Feindbild eines Pferdes. Auf das Gefühl Panik ist die Reaktion Flucht. Deshalb sind Pferde bei der Flucht auch nicht mehr kontrollierbar. Keine Abgründe, keine Stacheldrahtzäune oder sonstige Hindernisse werden bei der Flucht wahrgenommen. Mit diesem wissen sollten wir ganz klar verstehen, das in dieser Situation kein Pferd, auch mit noch so scharfer und schmerzbringender Zäumung, am Durchgehen gehindert werden kann. Genau das Gegenteil wird erreicht, denn durch den Schmerz im empfindlichen Pferdemaul läßt das Pferde noch schneller flüchten. Meist sind der Einsatz scharfer Kandaren der Grund für die Panik. Hat ein Pferde einmal gelernt dem Schmerz davonlaufen zu können, hält man es mit keiner noch so scharfen Zäumung!

Herdentrieb:

Der Herdentrieb ist bei Pferden sehr stark ausgeprägt, da der vorrangige Angsttrieb jedes Verhalten eines Pferdes überlagert. Die Herde bietet dem einzelnen Schutz zum überleben gegen die strengen Gesetze der Natur. Ein Einzelgänger in der Natur hätte keine Chance auf ein Überleben. Es wäre ohne den Schutz der Herde eine leichte Beute, allein schon dann, wenn es schlafen würde. Bei einer ziehenden Herde nehmen die Ranghöheren den sicheren Platz, ganz vorne ein, wogegen die Alten und Schwachen nach hinten ,als Futter für das Raubwild abgedrängt werden. Darum ist auch das ständige Zurückhalten des Pferdes hinter einer Reitergruppe keine Dominanzübung! Das Pferd muß ständig Panik erleiden, denn in der Natur ist Gesetz "den letzten beißen die Hunde!"

Dominanztrieb:

In der gnadenlosen Natur kann nur der stärkst überleben, und nur der stärkste darf sich fortpflanzen. Das sind die Gesetze der Natur, und auch des Rangordungsverhaltens in der Herde, ohne die das Fluchttier Pferde gegenüber dem Raubwild keine Überlebenschance hätte. Nächstenliebe hat keinen Platz im Überlebensgesetz. Jeder ist sich selbst der Nächste, und verteidigt seinen höheren Rang mit allem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Der Kampf um die Ranghöchsten Plätze sind gnadenlos. Jedes Pferd ist bestrebt in der Herde den ranghöchsten Platz einzunehmen, denn das Leittier besitzt alle Privilegien eines Herrschers. Er beansprucht die besten Futterplätze, darf zuerst seinen Durst stillen, bekommt die schattigsten Plätze in der Hitze, und darf die rossigen Stuten decken. Es Lohnt sich also in, der Rangliste ziemlich weit oben zu stehen. Aus diesem Grund ist die Kenntnis des sehr stark ausgeprägten Herdenverhaltens für den Reiter so wichtig. Ein Pferd herrscht oder es dient- es gibt nichts dazwischen!!! Genau in dieser Rangfolge durchqueren Pferde in der Natur z.B. einen Engpass. Niemals würde ein Pferd dulden, das sich ein Rangniederes Tier vor ihm in Sicherheit bringt denn das letzte ist Opfer des Raubwildes. Diese und auch eine weitere Tatsache ist äußerst wichtig für das Verhalten des Menschen mit dem Umgang mit Pferden. Das Sicherheitsdenken übernimmt das Ranghöchste Pferd. Naht eine Gefahr, übernimmt das Alpha-Tier die Leitung Bedingungslos folgt ihm die Herde bei einem Sprung in den Abgrund, sogar in den Tod. Das bedeutet beim Umgang mit Pferden, daß das Pferd nur dann bereit ist dem Menschen das Sicherheitsdenken zu überlassen, wenn er die Dominanz über dieses hat. Diese Dominanz darf jedoch auf keinen Fall mit Schmerzen erzwungen werden, da diese Panik und somit auch Wehrverhalten auslösen. Die Dominanz zu erreichen heißt nicht das Tier zu brechen, sondern ihm mit Konsequenz und Geradlinigkeit eine Führungspersönlichkeit zu bieten. Ist man in den Augen des Pferdes ein Rangniederer, löst man in ihm durch Ungehorsam Wut und somit auch Aggressionen aus. Die Unterordnung des Rangniederen löst Machtgefühl und dadurch Souveränität aus. Hat man die Dominanz über das Pferd lösen gefühlstechnische! Aggressionen Angst und dadurch Unterordnung aus. Souveränität des Dominanten löst Geborgenheit und dadurch Ruhe aus.

Ernährungstrieb:

Da der Angst- und der Herdentrieb alle Verhaltensweisen beinhalten, die um Schutz vor dem Raubwild unabdingbar sind, so ist es die Aufgabe des Ernährungstriebes und den daraus entstehenden Bewegungstrieb, die Nahrungsaufnahme zu sichern. Das natürliche Futter der Pferde ist relativ energiearm und Rohfaserreich. Um Ihren Nahrungsbedarf zu decken müssen freilebende Pferde 12 bis 18 Stunden tägl. aufbringen. Aus diesem Grund ist die Nahrungsaufnahme die Lieblingsbeschäftigung der Pferde. Auf Grund dieser Tatsache ist das Pferd dafür prädestiniert , mit Belohnung ausgebildet zu werden. Bei der Ausbildung mit Belohnung ist die Lernwilligkeit und die Lernfähigkeit unglaublich, doch leider wird in den wenigsten Fällen davon Gebrauch gemacht.

Bewegungstrieb:

Um die fast ganztägige Futteraufnahme zu ermöglichen, hat sich der Organismus mit einem ausgeprägten Bewegungstrieb an diese Notwendigkeit angepasst. In Millionen von Jahren der Evolution der Pferde ist die enorme Körperleistung, von ca. 18 Std. Futtersuche tägl., zu einem Bewegungsbedürfnis, einem Trieb geworden. Somit ist unschwer zu verstehen , dass Pferdehaltung ohne tägl. Auslauf den ererbten Bewegungsbedarf in keiner Weise deckt. Der Bewegungstrieb kann nicht abreagiert werden. Ein Bekannter Tierforscher erklärte deutlich> Pferdehaltung ohne tägl. Auslauf ist Tierquälerei!< Wird dieser Trieb durch Boxen- oder gar Ständerhaltung nicht gestillt, entsteht ein ständig es negatives Grundgefühl bei diesen zu bedauernswerten Geschöpfen. Diese Disharmonie von Körper und Seele sucht nun in monotonen Ersatzbewegungen Ausgleich, wie z.B. Weben, Koppen oder in verändertem Freßverhalten. Des Weiteren sind Unwohlsein und Unruhe die Folge, welche sich bis zur Aggressivität steigern kann. Somit sind Koliken, Hautabschürfungen, Juckreiz, Darmerkrankungen und Bei Dauereinwirkung krankhafte Organveränderung an der Tagesordnung. Fehlverhalten und die dadurch entstehenden Schäden können nur verhindert werden, hält man Pferde so ähnlich wie möglich , wie die in Freiheit lebenden Pferde. So kann nur die Offenstallhaltung die optimale Pferdehaltung. Auch bei Boxenhaltung ist täglich mehrstündiger Auslauf unabdingbar! Ständerhaltung ist reine Tierquälerei, und eine Schande für jeden Pferdebesitzer!

Fortpflanzungstrieb:

Alle bisher aufgeführten Triebe gehören zur Gruppe des Selbsterhaltungstriebes. Sie beinhalten alle Verhaltenweisen, mit dem es gegen die eisernen Gesetzt der Natur standhalten kann. Überleben kann nur der Stärkste. Der Selbsterhaltungstrieb ist einzig auf das Ego ausgerichtet. Die Natur hat alles daran getan, dem Einzelnen Pferde eine Überlebenschance zu bieten. Jedoch ist die Erhaltung der Art damit noch nicht gesichert., und so entwickelte sich neben dem Selbsterhaltungstrieb der Fortpflanzungstrieb, welcher genauso wichtig ist, und für den Weiterbestand verantwortlich ist. Der übergeordnete Fortpflanzungstrieb unterteilt sich wiederum in den Sexualtrieb und dem Muttertrieb.

Sexualtrieb:

Sexualität besteht darin, dass zwei Organismen, dank ihrer ergänzenden entgegensetzenden Polung, gegenseitiges Erbgut vereinen. So kann eine Kombination beider Veranlagungen an die Nachkommen weitergegeben werden. Die Stute erlangt die Rossigkeit durch Hormonproduktion, und äußerer Einflüsse, wie z.B. Tageslänge und Temperatur, sowie durch das Futter. Durch den Geruch ihrer Ausscheidungen wird nun der Paarungswille des Hengstes ausgelöst. Dieser präsentiert sich dann in starker Erregung einem stolzem Imponiergehabe, und bewirbt die Stute so lange, bis sie kopulationsbereit ist. Der Sexualtrieb ist ein sehr stark ausgeprägter Trieb und eine der Triebfedern des Dominanzverhaltens einer Herde.

Muttertrieb

Wie schon vorher zu lesen, ist der Selbsterhaltungstrieb allein auf das Ego abgestimmt, in dem der Schutz eines Älteren, Kranken oder Schwächeren keinen Platz hat. Damit jedoch die Art weiter bestehen kann, musste neben dem Selbsterhaltungstrieb ein weiterer Trieb entstehen, damit es auch für die hilflosen Nachkommen eine Überlebenschance gibt - der Muttertrieb. Mit einem atypischen Verhalten welches die Mutter zeigt schützt sie die wehrlosen Neugeborenen und Fohlen. Der Mutterinstinkt ist sogar so stark ausgeprägt, das die Stute jederzeit bereit ist ihr Leben zu opfern. Der Muttertrieb umfasst aber nicht nur den Schutz des Neugeborenen, sondern auch die komplette Versorgung des noch hilflosen Fohlens ist über den Instinkt weitervererbt. Auch eine Erstlingsstute versorgt ihr Fohlen liebevoll, vom Abschlecken bis zum Heranbringen an das Euter, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. In der Natur gibt es keine engere Bindung zwischen zwei Tieren, als die zwischen Mutter und Kind.

Nachdem man nun die Triebe eines Pferdes kennt, muß man verstehen, wie wichtig es ist sein Partner Pferd so artgerecht wie möglich zu halten. Ohne das Ausleben dieser Triebe kann sich ein Pferd nicht wohlfühlen, ist launisch, panisch, verwirrt, gelangweilt, unausgeglichen, wütend, erschöpft ... Es gibt also eine ganze Reihe nicht so schöner Dinge die man sich als Pferdeliebhaber, Reiter und auch seinem Pferd sparen kann.

Diese Erkenntnisse sind vom Pferdemann Fred Rai, (Buch: Auch wir haben Gefühle) welcher in seiner Herde gelebt hat, und das Leben der Pferde mit Trieben, Traurigkeit und Fröhlichkeit, Höhen und Tiefen hautnah miterlebt hat. Es sollte jeden Pferdefreund zum Nach- und Umdenken bringen, denn jedes Pferde hat es verdient ein gutes Leben zu haben!

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